Goddesses
"Goddesses",
Göttinnen, heißt die neue Serie von Volker Hildebrandt,
die uns mit Diven der Populärkultur und ihren Verzücken
weckenden Gesichtern überschwemmt. 16 mal 100 individuelle
Ausdrücke und Augenblicke lassen Kopf und Augen fasziniert
hin- und herwandern, bis sie sich taumelnd in den einheitlich
pastellfarbenen Hintergründen verlieren. Volker Hildebrandt
sondiert Stills aus Filmen und ordnet diese Porträts zu
einem seriellen Panoptikum: 100 Marilyns vor Rosa oder Marlene
in schwarz-weiß vor hellem Graublau, die "blonde
Sirene" Jayne Mansfield, Zorn und Milde der Vivien Leigh
und so fort... 16 Ikonen unserer Filmmärchen und Träume,
aufgefächert in einem Reigen sich entfaltender Bilderfolgen.
Hildebrandt
entreißt die einzelnen Gesichter dem visuellen Fluß
der Erzählung und weckt so die Hoffnung, in den Antlitzen
die Persönlichkeiten entdecken zu können; allerdings
schwindet die Intimität gleichfalls in der Masse der Antlitze.
In der Aufreihung entziehen sich die göttlichen Ikonen
der Analyse und werden zu einem kunstvollen Ornament der Bewunderung.
Er montiert die Bilder zu eigenwilligen Sequenzen, deren Inhalt
letztlich aus der Erinnerung und der eigenen Imagination zusammengefügt
wird.
Zudem
reflektiert Hildebrandt den Status des Bildes im Zeichen der
medialen Vermittlung; und bezieht sich damit auch auf die Geschichte
der Pop Art. Gleichzeitig benutzen und untersuchen die Serien
das Bild als Zeichen sowie als Ware. Sie spielen mit dem Paradox
von Einzigartigkeit und Wiederholung, die sich im Phänomen
der "Goddesses" gegenseitig bedingen.
Erik Schönenberg |