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Projects: in halt Concept
An einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit stehen die Menschen in einer Großstadt für eine Viertelstunde still. Sie verharren regungslos dort, wo sie sich zu Beginn der 15 Minuten befinden: bewegen sich nicht, reden nicht, lachen oder weinen nicht. Sie sind bei sich "in halt". Eine Maxime westlicher Technologie-Gesellschaften lautet: Zeit ist Geld. Für die Individuen, die die Gesellschaften bilden, gilt hingegen: meine Zeit bin ich und diese Zeit ist mir geschenkt. "in halt" schenkt den Teilnehmern eine Viertelstunde ihrer eigenen Zeit. Schenkt ihnen eine Viertelstunde von sich selbst für sich selbst. Die Frequenzen der Computer-Prozessoren takten unsere Zeit in Dimensionen, die der menschlichen Wahrnehmung entzogen sind. "Der Mensch von heute hat nur ein einziges wirklich neues Laster erfunden: die Geschwindigkeit"(1). "in halt" macht eine Stadt für eine Zeit lang zu einem Zentrum der Tugend. "A city that never sleeps"(2) singt das Hohelied der Großstadt. Ihre Bewohner sind ständig in Bewegung. "in halt" hält sie an und läßt sie einen Standpunkt finden: den eigenen. Das "panta rei"(3) benennt hier nicht den großen Strom, in dem jeder mitschwimmt, sondern die innere Bewegtheit. "Verweile doch! du bist so schön!"(4), hören die Teilnehmer, doch es ist kein teuflischer Pakt und gilt nicht dem Augenblick, sondern ihnen selbst. Sie erfahren, daß sie wichtig sind. Und schön. "in halt" macht eine ganze Stadt zu einem Objekt der Kunst, indem es sie mit Inhalt bereichert, welchen die Menschen in Halt in sich finden. Eine ganze Stadt wird zu einem Bild: der angehaltenen Zeit. "in halt" kostet eine Viertelstunde. Wir müssen sie uns für uns leisten, sie uns schenken. "Jegliche Bewegung setzt ein Unbewegliches voraus"(5). "in halt" wird eine göttliche Zeit. Für Menschen.
© Hildebrandt Laboratories Cologne 2002
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